„Europa zu Tisch“ punktet mit Jubiläumsveranstaltung zum Jahrestag der deutsch-französischen Freundschaft

v.l.n.r.: Oliver Keymis, Mona Neubaur, Dany Cohn-Bendit, Stefan Engstfeld, Karl Lamers, Sven Giegold

Zum 50. Mal jährte sich am 5. September die berühmte Rede Charles de Gaulles auf den Stufen des Bonner Rathauses. Über 200 Gäste versammelten sich anlässlich dieses Jubiläums im Ibach-Saal des Düsseldorfer Stadtmuseums, um mit Karl Lamers und Daniel Cohn-Bendit über die deutsch-französische Freundschaft und ihre Bedeutung für Europa zu diskutieren.

Eröffnet wurde der Abend durch Mona Neubaur, Sprecherin der Düsseldorfer Grünen und moderiert von Oliver Keymis, grüner Vizepräsident des Landtags NRW und Sprecher der deutsch-französischen Parlamentariergruppe des Landtags. OrganisatorInnen der Veranstaltungsreihe „Europa zu Tisch“ sind der Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld, der Europaparlamentarier Sven Giegold und der grüne Kreisverband Düsseldorf. Diese Ausgabe fand in Kooperation mit der Europa Union Düsseldorf statt und wurde durch das Institut Francais begleitet.

Cohn-Bendit, grüner Europaparlamentarier und selbst gebürtiger Franzose, stellte in seinem Eingangsstatement klar „die gute Beziehung zwischen der Bundesrepublik und der Grande Nation ist in der Geschichte des europäischen Kontinents keine Selbstverständlichkeit“. Deutschland und Frankreich betrachteten sich über Jahrhunderte hinweg als Erbfeinde. Er hob die herausragende Rolle hervor, die de Gaulle und Adenauer im deutsch-französischen Versöhnungsprozess nach dem Zweiten Weltkrieg einnahmen: „Wir haben es mit der Weitsicht und dem Mut dieser beiden Herren zu verdanken, dass wir uns heute als Freunde die Hand reichen können. Nur auf dieser Basis konnte das Europa, wie wir es heute kennen, zu wachsen beginnen.“ Er betonte: „Heute sind wir so eng zusammen, dass wir nicht mehr auseinander können“.

Im Mittelpunkt der Rede des ehemaligen Vizepräsidenten der Europäischen Volkspartei (EVP) und ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordnete der CDU, Lamers, standen die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Deutschland und Frankreich und die Schwierigkeiten diese Unterschiede im Zuge der Aussöhnung zu überwinden. Lamers würdigte neben der Versöhnungspolitik de Gaulles und Adenauers besonders den Einsatz von Jean Monnet und Robert Schuman bei der Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), in der, durch wirtschaftliche Zusammenarbeit, wieder Vertrauen zwischen den Völkern Europas hergestellt werden konnte. „Dadurch gewann auch der Aussöhnungsprozess zwischen Deutschland und Frankreich an Dynamik.“ Zum Schluss seiner Rede betonte Lamers die Wichtigkeit der Freundschaft beider Staaten für die Zukunft der Europäischen Union. Denn nur durch Zusammenarbeit und Kooperation und eine Vertiefung – nicht nur der deutsch-französischen Beziehungen – werde man der europäischen Krise etwas entgegensetzen können.

Im Anschluss stellten sich Cohn-Bendit und Lamers der Diskussion mit dem Publikum u.a. zu Möglichkeiten einer Vertiefung der Europäischen Union im Bereich Sozial- und Arbeitsmarktpolitik und zum Mangel europäischer Öffentlichkeit.

Wir danken allen TeilnehmerInnen für einen interessanten Abend voller europäischer Gedanken und Visionen und freuen uns auf eine Fortsetzung bei der nächsten Ausgabe von Europa zu Tisch.

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