Zwischenruf: Europa kann nicht anders als zusammenzuarbeiten

Die Europa-Rede des britischen Premierministers David Cameron stimmt bedenklich: Eigentlich hätte er klar machen sollen, dass seine Regierung die Vision eines vereinten Europas teilt, und nicht den Euro-Skeptikern, die sich leider in Zeiten der Krise nur allzu oft zu Wort melden, nach dem Mund redet. Dass er nun für 2017 eine Volksabstimmung über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU angekündigt hat, ist ein schwerer Rückschlag für die in den letzten 60 Jahren erreichten europäischen Erfolge.

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint: Das Gesagte hat mit der EU und ihren Institutionen recht wenig zu tun. Vielmehr ist es Camerons Absicht, innenpolitische Probleme mit einem Angriff auf die europäische Integration zu vertuschen. Hinzu kommt die nun schon seit fünf Jahren dauernde Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrise auf der Insel. Vor einem solchen Hintergrund sind es oftmals nationale Egoismen, die die Rhetorik bestimmen. Ein solches Vorgehen mag in der Politik keine Seltenheit sein. Es schadet allerdings uns allen, es schadet Europa und dem Vereinigten Königreich.

Eines muss uns allen klar sein: Die EU-Verträge können und dürfen wir nicht rückabwickeln. Auch eine kleine Minderheit darf und kann uns dazu nicht zwingen. Gerade die letzten fünf Jahre haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, die europäische Integration zu vertiefen. Europa muss zusammenzuarbeiten – und dafür brauchen wir auch das Vereinigte Königreich.

Wir wissen auch: Noch steht eine knappe Mehrheit der Britinnen und Briten hinter der Idee eines vereinten Europas. Es ist in unserem gemeinsamen Interesse, dass das auch so bleibt und die Gemeinschaft stärker wird. Daran müssen wir arbeiten. Alles andere würde die Grundlagen der europäischen Integration massiv unterlaufen.

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