Cramer/Engstfeld: „EU darf NRW keine Gigaliner aufzwingen“

140117-Michael_Stefan LT NRW 1Zur Anhörung „Keine europaweite Einführung von Gigalinern durch die Hintertür“ erklären Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament und Sachverständiger in der Anhörung, und Stefan Engstfeld, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und europapolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

Michael Cramer: „Die Anhörung hat bestätigt, dass Gigaliner klimaschädlich, gefährlich und teuer für den Steuerzahler sind. Transitländer wie NRW wollen nicht, dass die EU ihnen Monstertrucks aufzwingt. Zurzeit erarbeitet die EU eine Richtlinie, die den grenzüberschreitenden Verkehr von Gigalinern ermöglichen soll. Aus grüner Sicht ist das ein weiterer Schritt, um Monstertrucks in der EU durchzudrücken. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis zu 38 Prozent der Güter von der Schiene auf die Straße verlagert würden. Das widerspricht dem angestrebten Ziel der EU, bis 2020 die CO2-Emissionen im Verkehr um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.“

Stefan Engstfeld: „Gerade ein Transitland wie Nordrhein-Westfalen wäre von den negativen Auswirkungen besonders betroffen. Schon jetzt fehlt das Geld für die Sanierung unserer Infrastruktur. Das Beispiel der Teilsperrung der Rheinbrücke in Leverkusen hat europaweit Furore gemacht. Der Einsatz von besonders langen und schweren Lkw würde unsere Straßen weiter über Gebühr belasten. Schon jetzt verursachen Lkw mehr als 95 Prozent der Straßenschäden, die Gigaliner würden dieses Problem noch verschärfen. Das Ziel muss es sein, die Straßen zu sanieren, statt sie mit Gigalinern kaputt zu fahren. Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund für die Einführung von Gigalinern.“

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