Unterbilk aus dem historischen Blickwinkel

Trendige Cafés, junge Familien, entspannte Nachbarschaft. So kennt man Düsseldorf Unterbilk. Kolonialgeschichte, NS-Verbrechen und die Befreiung Düsseldorf durch die Alliierten 1945 verbinden wahrscheinlich eher wenige Menschen mit dem Stadtteil.

Auf einem historischen Stadtrundgang durchs Viertel, dem sich mehr als 30 Interessierte anschlossen, wurden diese grausamen Kapitel deutscher Geschichte und ihre Spuren in Unterbilk beleuchtet.

Die Wissmannstraße, die über das Friedensplätzchen verläuft ist keineswegs nach einem Helden deutscher Geschichte, sondern dem Kolonialisten Hermann von Wissmann benannt, erklärte Caroline Authaler von der Heinrich-Heine Universität. Gespräche darüber, wie auf dem Friedensplätzchen darauf aufmerksam gemacht werden kann, laufen zurzeit. Wissmann, nach dem auch in vielen anderen Städten Straßen benannt sind hat Düsseldorf selbst allerdings nie betreten.

Ganz anders Hilarius Gilges. Der afrodeutsche, dessen Vater Düsseldorf wahrscheinlich als Schiffer ansteuerte, wurde im Alter von nur 24 Jahren vom nationalsozialistischen Regime ermordet. Heute erinnert nicht nur einen Platz der seinen Namen trägt an ihn, auch eine Stehle am Rheinufer wurde ihm zu Ehren errichtet.

Vor allem das Ende der NS Zeit konnte im anschließenden Gespräch mit Klaus Dönecke im Polizeipräsidium näher diskutiert werden. Dönecke arbeitet seit Jahrzehnten die Rolle der Düsseldorfer Polizei im dritten Reich auf und kann, wie wohl sonst niemand über dieses Thema berichten.

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