Persönlich

Stefan Engstfeld

Überblick für Düsseldorf

Ich halte mich nicht für den Größten – aber vielleicht immerhin für den längsten der grünen Kandidaten zur Landtagswahl am 14. Mai. Ein weiterer Vorteil meiner Körperlänge von zwei Metern: Ich behalte stets den Überblick, auch wenn es mal unübersichtlich scheint.

Seit 2010 bin ich Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Davor war ich drei Jahre lang Mitarbeiter von Ute Koczy, grüne Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Entwicklungspolitik. Doch mag mein Kopf an der Spree gewesen sein, so blieb mein Herz doch stets in Düsseldorf. Der Stadt, in die ich vor 25 Jahren als Zivildienstleistender an der Uniklinik gezogen war und die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Das Besondere an Düsseldorf ist nicht nur ihre Schönheit und Kultur, sonder es sind die Menschen. Gesellig, geradeaus und tolerant. Das Motto „Jede Jeck is anders“ wird hier nicht nur im Karneval gelebt.  Und so kann man mich im Karneval (gerne auch dem alternativen) ebenso finden, wie in der Kneipen meines Stadtteils Unterbilk, im Theater, im Kino, in Kunstgalerien oder den Heimspielen von Fortuna Düsseldorf. Selbst schwinge ich allerdings lieber das Tanzbein oder reise ­- zum Beispiel nach Afrika oder Indien, weil ich gerne Länder, um die es in der Entwicklungspolitik geht, auch einmal selbst gesehen, erlebt und erfahren haben möchte. Außerdem glaube ich, dass es immer gut ist, öfters mal über den Tellerrand zu schauen. Ich liebe den Bio-Markt auf dem Friedensplätzchen. Dort gibt es Erzeugnisse direkt von den regionalen Bäuerinnen und Bauern. Und ich versuche mich immer wieder an regionalen Rezepten. Senfrostbraten, Spargel und Co sind übrigens meine absoluten Lieblingsessen. Und zwar viel davon, schließlich wollen zwei Meter auch bei Kräften gehalten werden.

Als ich noch klein war (auch wenn ich bei meiner Geburt in Duisburg bereits 3800 Gramm wog) und in Ratingen aufwuchs, wollte ich mal Arzt werden, um Menschen zu helfen. Schon früh haben mich zwei Dinge immer geärgert: Die Verschmutzung unserer Umwelt (wie gern wäre ich als kleiner Jungen am Rhein schwimmen gewesen, wie es mein Großvater einst konnte) und die Diskriminierung von Minderheiten. So kam ich über Engagement als Klassen- und Schülersprecher des Kopernikus-Gymnasiums in Ratingen-Lintorf, als Mitgründer der Bezirksschülervertretung Mettmann und den Sammelaktionen für „Menschen für Menschen“ zur Politik. Mit Ausbruch des Irakkrieges schließlich fand ich meine politische Heimat bei den Grünen, die den Krieg für Öl verurteilten.  Aber erst später wurde ich aktiv. Überzeugt hatte mich endgültig das Konzept „Global denken, lokal handeln“. Auch wenn ich heute manchmal das Gefühl habe, dass eher global beschlossen und lokal verbummelt wird. Aber verändern kann nur, wer anpackt. Oder wie Düsseldorfer sagen würden: Nit schnake, make!

 

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

1 Kommentar

  1. Klaus Meurer

    Hallo Stefan,
    herzlichen Glückwunsch nochmal zum tollen Wahlergebnis. Es hat mir bei eurer 3TW-Aktion Spaß gemacht. Ich habe viele nette Menschen in NRW kennengelernt. Gruß an alle. Klaus